| Vorgeschlagen sind:
Wolfgang Bosbach: Der CDU-Politiker und Vorsitzende des Innenausschusses des Deutschen Bundestages setzte den unflätigen Ausdrücken des Kanzleramtsministers Ronald Pofalla („Wenn ich so eine Scheiße höre wie Gewissensentscheidung“) sein gepflegtes Deutsch entgegen und setzte damit ein starkes Zeichen gegen die Verwahrlosung des Sprachgebrauchs in der Politik.
Torsten Hilse: Der SPD-Politiker und Verleger brachte als Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses zahlreiche Initiativen für die deutsche Sprache auf den Weg. Sein letzter Antrag lautete „Deutsche Sprache als Kulturgut pflegen und fördern!“ und wurde im September mit knapper Mehrheit abgelehnt (Drucksache 16/4207).
Modehaus Nikolaus: Das Rostocker Bekleidungsgeschäft schloß sich der Anti-SALE-Aktion der DEUTSCHEN SPRACHWELT an und plakatierte in seinen Filialen die Forderung „Schluß mit dem Ausverkauf der deutschen Sprache“.
Chaos Computer Club: Die Vereinigung von Hackern veröffentlicht Texte in traditioneller Rechtschreibung und vermeidet auf diese Weise auf ihren eigenen Netzseiten ein Rechtschreibchaos.
Loriot: Der Humorist hat die deutsche Sprache geprägt und bereichert. Er hat es darüber hinaus nicht an kritischen Bemerkungen zur Entwicklung seiner Muttersprache fehlen lassen. Seine Aussprüche leben in uns weiter und machen ihn unsterblich.
Michael Olbrich: Der Leiter des Instituts für Wirtschaftsprüfung an der Universität des Saarlandes fand heraus, daß die englische Wortwahl in Geschäftsberichten der „DAX 30“-Unternehmen vermutlich gesetzeswidrig ist und gegen Handelsgesetzbuch und Aktiengesetz verstößt.
Klaus Tolksdorf und Wolfgang Ball: Der Präsident des Bundesgerichtshofs Tolksdorf warnte vor der Zulassung von Englisch als Gerichtssprache an Handelskammern in Deutschland: „Es drohen Fehlurteile.“ Der Vorsitzende Richter am Bundesgerichtshof Ball lehnte als einziger geladener Sachverständiger vor dem Rechtsausschuß des Deutschen Bundestags den entsprechenden Gesetzentwurf des Bundesrats ab.
Max Raabe: Der Bariton-Sänger und Gründer des „Palast-Orchesters“ ist ein gewandter Sprecher und glühender Bewunderer der deutschen Sprache. Im August schwärmte er: „Je weiter ich mich wegbewege, um so mehr schätze ich, mich zu Hause in der Muttersprache zu bewegen. Hier kann ich mich wie ein Ferkelchen im Konjunktiv suhlen, aus jeder Silbe alles herausholen.“
Hape Kerkeling: Der Schauspieler und Unterhalter spricht mehrere Fremdsprachen fließend, kann aber auch die deutsche Sprache meisterhaft einsetzen. Im Juni bekannte er: „Ich schätze an der deutschen Sprache die Präzision, mit der sich Gefühle ausdrücken lassen. Andere Sprachen bleiben da eher vage, unpräzise.“
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