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Sprachwahrer


Die Sprachwahrer des Jahres 2006
Edda Moser, Natascha Kampusch und Centaur

Auch die Suche der DEUTSCHEN SPRACHWELT nach den „Sprachwahrern des Jahres“ 2006 stieß wieder auf großes Medieninteresse. Und wie bei der vergangenen Wahl mit der Stadt Mühlhausen und der Rechtschreibrebellin Josephine Ahrens gab es auch diesmal wieder ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Nur mit wenigen Stimmen Vorsprung kam Kammersängerin Edda Moser mit 30,5 Prozent der Stimmen auf den ersten Platz, dicht gefolgt vom Entführungsopfer Natascha Kampusch, das 29,5 Prozent der Stimmen auf sich vereinte.

Ob Zufall oder nicht: Zwei Frauen eroberten mit großem Abstand die ersten beiden Plätze. Schon das Wort „Muttersprache“ schreibt Frauen eine besondere Fähigkeit zu, Sprache zu pflegen und weiterzugeben. Vor allem in Österreich löste die Wahl zum „Sprachwahrer des Jahres“ 2006 ein breites Echo aus. Der vermutliche Grund: Auf der Vorschlagsliste stand, wegen seiner Wortgewandtheit, das Entführungsopfer Natascha Kampusch.

Den dritten Platz eroberte mit 16 Prozent der Stimmen die Zeitschrift „Centaur“. Im Impressum der zweimonatlich erscheinenden Kundenzeitschrift der Drogeriekette Roßmann steht ein kleines Gütesiegel: „Im redaktionellen Teil von der Aktion Deutsche Sprache ADS, Hannover, auf Vermeidung von Anglizismen geprüft“. Dirk Roßmann, der Leiter des Unternehmens, betont in der Weihnachtsausgabe 6/2006: „Daß wir dabei sind, das Kulturgut deutsche Sprache mit Anglizismen zu verunstalten, sollte immer wieder angesprochen werden, wenn uns eine gute Entwicklung unseres Landes wichtig ist.“

Trotz breiter medialer Unterstützung durch Nachrichtenagenturen und Tageszeitungen und starker Gegenwart in der Öffentlichkeit erhielt die „Aktion Lebendiges Deutsch“ (ALD), getragen von Wolf Schneider, Josef Kraus, Walter Krämer und Cornelius Sommer, überraschenderweise nicht mehr als 10 Prozent der Stimmen.
Vorgeschlagen waren:

Natascha Kampusch: Nachdem die 18jährige am 23. August aus ihrem dunklen Verlies befreit wurde, in dem sie von einem Geistesgestörten acht Jahre lang festgehalten worden war, erstaunte sie die Öffentlichkeit mit ihrer Sprachgewandtheit. Die Pflege ihrer Muttersprache hatte ihr offensichtlich geholfen, die schwere Zeit zu überstehen.

Edda Moser: Die Kammersängerin stellte ein weit beachtetes „Festspiel für die deutsche Sprache“ auf die Beine. Sie holte am 19. Oktober Dichter und Schauspieler auf Schloß Heidecksburg nach Thüringen. Sie trugen literarische und philosophische Texte vor, um die Schönheit und Kraft der deutschen Sprache zu feiern.

Die ZDF-Wetterfrösche Uwe Wesp und Dieter Walch: Die beiden Diplom-Meteorologen sagen seit über zwanzig Jahren in verständlicher Sprache das Wetter vorher. Dadurch unterscheiden sie sich wohltuend von anderen Vertretern ihrer Zunft, die selbstdarstellerisch auftreten und mit wolkigen Worten ihre Aussagen vernebeln.

Centaur, die Kundenzeitschrift der Drogeriekette Rossmann: Seit Dezember 2005 ist Centaur „die erste anglizismen- und denglischfreie Kundenzeitschrift Deutschlands“. Die „Aktion Deutsche Sprache“ unter der Leitung von Hermann Neemann prüft jede Ausgabe vor Drucklegung auf überflüssige Fremdwörter.

Aktion „Lebendiges Deutsch“: Wolf Schneider, Josef Kraus, Walter Krämer und Cornelius Sommer rufen seit dem Frühjahr dazu auf, Anglizismen zu ersetzen. Sie stellen monatlich zwei im Deutschen oft verwendete, „überflüssige, häßliche oder nicht allgemein verständliche“ englische Wörter zur Diskussion und bitten um Vorschläge für deutsche Entsprechungen.

Frank Hanauer: Der Münchner Sportstudent ist der Sieger des von der DEUTSCHEN SPRACHWELT veranstalteten Nachwuchswettbewerbs für Fußballkommentierung. Mit seiner treffsicheren Sprache und seiner Wortgewandtheit bietet er sich als Alternative zu den etablierten Dampfplauderern an.


 

 
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