| Vorgeschlagen sind:
Karl-Theodor zu Guttenberg: Bereits als er Anfang 2009 Bundeswirtschaftsminister wurde, beeindruckte er eine breite Öffentlichkeit mit seiner Sprachgewandtheit. Er spricht nicht nur gutes Deutsch, sondern auch einwandfreies Englisch und liest Platon im altgriechischen Original. Außerdem ist er in der Lage, eine mitreißende Bierzeltrede zu halten. Auch als Bundesverteidigungsminister zeichnet er sich durch sein Bemühen um eine klare, verständliche und schnörkellose Sprache aus. Anders als sein Amtsvorgänger vermeidet er nicht krampfhaft das Wort „Krieg“, wenn von Afghanistan die Rede ist. Grundsätzlich meint Guttenberg: „Wir brauchen mehr klare Sprache.“
Guido Westerwelle: Der neue Bundesaußenminister brach kurz nach seinem Amtsantritt eine Lanze für die „wunderschöne deutsche Sprache“. Auslöser war eine Pressekonferenz in Berlin, zu der die britische BBC einen Berichterstatter entsandt hatte, der kein Deutsch konnte. Westerwelle sah sich genötigt, dem Reporter, der eine Antwort auf englisch forderte, zu erklären, daß es in Deutschland üblich sei, die Pressekonferenzen in deutscher Sprache abzuhalten.
Tokio Hotel: Die weltweit erfolgreiche Musikgruppe aus Magdeburg hat bei Jugendlichen im Ausland die Neugier auf die deutsche Sprache geweckt. So führt man zum Beispiel die mittlerweile wieder wachsende Nachfrage französischer Schüler nach Deutsch als Fremdsprache auf einen Tokio-Hotel-Effekt zurück.
Xavier Naidoo: Der Sänger setzt in seinen Liedern auf die deutsche Sprache und erklärt: „Deutsch begeistert mich. Diese Tiefe, dieser Reichtum, diese Deutlichkeit. Ich knie nieder vor dieser Sprache. Sie ist ein Geschenk.“
Ulrich Wickert: Der ehemalige „Tagesthemen“-Moderator tadelte im Herbst den Sprachgebrauch der Nachrichtenredaktionen von ARD und ZDF und erntete dafür große Zustimmung, nur nicht bei den Angesprochenen. Wickert hatte in der F.A.Z. geschrieben: „Wer so textet, ist nicht nur schusselig, sondern denkfaul. Und warum lassen die Redaktionschefs die sprachliche Verlotterung durchgehen? Bedeutet ihnen die Sprache so wenig, oder merken sie nichts?“
Louis van Gaal: Anfang Oktober wollte der Spiegel-Mitarbeiter Juan Moreno mit dem Trainer des FC Bayern München ein Gespräch führen. Moreno bot sogleich an, das Gespräch auf englisch oder spanisch zu führen Sprachen, die van Gaal gut beherrscht. Doch der antwortete: „In welchem Land befinden wir uns gerade, was denken Sie?“ Das Gespräch fand auf deutsch statt.
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