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Unsere Antwort auf das Kauderwelsch der Post: zur Sprachwelt-Briefmarke... Was halten Sie von Holiday-Briefmarken? Schreiben Sie uns Ihre Meinung! Offener Brief Prof. Dr. Hans-Manfred Niedetzky An den Bundesminister der Finanzen Briefmarkenausgabe Europa 2004 Sehr geehrter Herr Bundesfinanzminister, die Deutsche Post kündigt die diesjährige Europamarke ausschließlich unter der Überschrift holidays an (siehe beiliegendes Faltblatt oder http://philatelie.deutschepost.de). Da Sie der Verantwortliche für die Ausgabe deutscher Briefmarken sind, wende ich mich an Sie in meiner Eigenschaft als Vorsitzender des Herausgebervereins der größten deutschen Sprachzeitung DEUTSCHE SPRACHWELT. Ich frage Sie: Wie kommt ein deutscher Finanzminister dazu, für Briefmarken aus Deutschland die englische Sprache zu verwenden? Briefmarken gelten als Botschafter des jeweiligen Landes. Welche Signale wollen Sie damit setzen, daß die deutschen Europamarken 2004 unter dem Thema holidays stehen? Alle Fraktionen des Deutschen Bundestages haben im Oktober 2003 die Bundesregierung aufgefordert, sich nachdrücklich für die vollständige und ausnahmslose Gleichberechtigung von Deutsch als Arbeitssprache einzusetzen (Drucksache 15/1574). Ihr Parteikollege MdEP Martin Schulz unterstrich dieses Anliegen in einem Beitrag in der Ausgabe 14 der DEUTSCHEN SPRACHWELT. Und dann kommen Sie und wollen Millionen Europa-Briefmarken unter dem Motto holidays drucken lassen! Ein Blick über die Grenzen zeigt, daß in der Schweiz, in Österreich und Liechtenstein das Motto Ferien verwendet wird. Europäische Postverwaltungen benennen das Motto überwiegend in der jeweiligen Landessprache. Philatelieabteilungen, die Informationen auch in deutscher Sprache anbieten, verwenden den deutschen Begriff Ferien oder Urlaub. Wieso muß dann der für Briefmarken zuständige Minister ausgerechnet in Deutschland den englischen Begriff verwenden? Europas Stärke ist unter anderem die Vielfalt seiner Kulturen. Dieser Gedanke wird seit Jahrzehnten mit der Ausgabe von Europa-Marken verfolgt: Jedes Land verwendet alljährlich unter einem gemeinsamen Motto landestypische Motive und seine Landessprache. Wieso geben Sie ohne Notwendigkeit die Möglichkeit auf, mit Europamarken für ein zentrales Element unserer Kultur, die deutsche Sprache, zu werben? Wenn Menschen und insbesondere die politisch Verantwortlichen in Europa sehen, wie ein deutscher Minister grundlos die deutsche Sprache aufgibt, wie ernst werden dann die Bemühungen um die Stärkung der deutschen Sprache in den europäischen Institutionen genommen? Sehr geehrter Herr Minister, ich bitte Sie im Interesse von Millionen Deutschen, die mit dem Zurückdrängen ihrer Muttersprache aus dem öffentlichen Leben nicht einverstanden sind: Veranlassen Sie, daß im Zusammenhang mit der Ausgabe der Europamarken der deutsche Begriff Ferien verwendet wird. Denken Sie daran, daß Sie bei Mißachtung dieser Bitte nicht nur eine Entschließung des Deutschen Bundestages mißachten, sondern auch alle Bemühungen um eine stärkere Berücksichtigung der deutschen Sprache in den europäischen Institutionen unterlaufen. In der Hoffnung auf Ihre Einsicht verbleibe ich mit freundlichen Grüßen Prof. Dr. Hans-Manfred Niedetzky
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