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Sprachpanscherei


Sprachsünder-Ecke
Minister Nordrhein-Westfalens baden in Anglizismen | Rüttgers verspricht besseres Deutsch | „NRW’s lachendes Strichgesicht“ | „Europe’s creative heartbeat“
„Europe’s creative heartbeat“
Nordrhein-Westfalen sucht Erkennungsspruch
Das Land Nordrhein-Westfalen will mit einer zehn Millionen Euro teuren Werbekampagne einen englischen Erkennungsspruch einführen. Das wurde Ende November 2007 bekannt. Als erster Vorschlag wurde „Europe’s creative heartbeat“ genannt. Es solle auf jeden Fall ein englisches Wort in dem neuen Wahlspruch vorkommen, hieß es.
Bitte protestieren Sie beim Ministerpräsidenten und bei der zuständigen Ministerin und lassen Sie uns bitte ein Doppel zukommen:
Sprachsünderin NRW-Landesregierung, Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen, Herrn Ministerpräsidenten Dr. Jürgen Rüttgers, D-40190 Düsseldorf, Telefon +49-(0)211-837-01, Telefax +49-(0)211-837-1150, poststelle@stk.nrw.de
Sprachsünderin Christa Thoben, Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, D-40190 Düsseldorf, Telefon +49-(0)211-837-02, Telefax +49-(0)211-837-2200

DSW 26, Winter 2006/07, Seite 10
Vom Saulus zum Paulus?
Rüttgers verspricht besseres Deutsch

In der vergangenen Ausgabe hatten wir die Minister der Landesregierung Nordrhein-Westfalens in die Sprachsünder-Ecke gestellt. Der Protest unserer Leser trug offenbar Früchte! Ministerpräsident Jürgen Rüttgers gelobte Besserung und bat seine Minister, künftig auf deutsch-englischen Sprachmischmasch zu verzichten. Künftige Maßnahmen der Landesregierung würden auch unter sprachkritischen Gesichtspunkten geprüft, hieß es.

Dieser Erfolg ist den zahlreichen Protestschreiben zu verdanken, die die Leser der DEUTSCHEN SPRACHWELT nach Düsseldorf geschickt haben. Wir zitieren aus zwei verschiedenen Antworten der nordrhein-westfälischen Staatskanzlei an unsere Leser. Die ursprüngliche Rechtschreibung haben wir beibehalten:

„Ich darf Ihnen versichern, dass es Herrn Dr. Rüttgers ein wichtiges Anliegen ist, eine für alle verständliche Sprache zu sprechen. Deshalb hat er die Mitglieder der Landesregierung auch gebeten, auf das bislang verwendete ‚Denglisch‘ künftig zu verzichten.“

„Sie haben Recht damit, ein gutes Deutsch einzufordern und der sicher problematischen Tendenz zum ‚Denglisch‘ entgegenzutreten. Sie haben auch Recht damit, das gerade von Prominenten zu fordern. Herr Ministerpräsident Rüttgers bemüht sich, ein unpassendes ‚Denglisch‘ zu vermeiden, aber er kann natürlich nur für sich, nicht für andere sprechen. Seien Sie aber versichert, dass Ihre kritischen Anmerkungen zu Anglizismen bei zukünftig zu treffenden Maßnahmen der Landesregierung ‚im Hinterkopf‘ sind und – wo es immer möglich ist – bei der Entscheidungsfindung mit einfließen werden.“

Ein erster Schritt wäre, die Sprachverstümmelung „Call NRW“ aus dem Briefkopf der Staatskanzlei zu entfernen …

DSW 25, Herbst 2006, Seite 10

An dieser Stelle stellen wir Sprachsünder vor, die besonders unangenehm aufgefallen sind, und rufen unsere Leser zum Protest auf.

Babylon in North Rhine-Westphalia
Minister Nordrhein-Westfalens baden in Anglizismen

Nach dem Erfolg des sogenannten „NRWin-Teams“ der CDU bei der Landtagswahl 2005 werfen die neuen Minister in Nordrhein-Westalen mit englischen Fremdwörtern nur so um sich. Der Verbraucherschutzminister Eckhard Uhlenberg (CDU) will Grundschülern mit dem Programm „Money & Kids“ den richtigen Umgang mit dem Geld beibringen. Innenminister Ingo Wolf (FDP) warnt junge Autofahrer vor Drogenkonsum mit der Aktion „Don’t drug and drive“. Familienminister Armin Laschet (CDU) eröffnete ein „Frauen-Mentoring-Programm“ mit dem Titel „Personal Partnership“, in dem er bereits die 150. „Mentee“ begrüßte. Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) verfolgt eine „Cluster-Strategie“ zur Wirtschaftsförderung. Auf dem „3rd International Meeting des Stem Cell Network North Rhine-Westphalia“ in Münster begrüßte Pinkwart zwei „keynote speaker“ der „Scientific Community“. Wer sich über die sprachlichen Entgleisungen der Minister beschweren will, findet kein Bürgertelefon vor, sondern wird an ein „Call NRW“ verwiesen.

Von der Deutschpflicht für Politiker sind diese Minister weit entfernt. Die Bürger haben jedoch ein Recht darauf, daß ihre Volksvertreter und Regierungen sich einer allgemeinverständlichen Sprache bedienen. Nur so können sie vom Volk kontrolliert werden. Beschweren Sie sich bei der nordrhein-westfälischen Landesregierung, fordern Sie eine deutliche Sprache, und lassen Sie uns bitte ein Doppel zukommen:
Sprachsünderin NRW-Landesregierung, Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen, Herrn Ministerpräsidenten Dr. Jürgen Rüttgers, D-40190 Düsseldorf, Telefon +49-(0)211-837-01, Telefax +49-(0)211-837-1150, poststelle@stk.nrw.de

 

 
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