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3. Köthener Sprachtag: Europaminister Robra für stärkere Förderung der deutschen Sprache in der EU

Beim 3. Köthener Sprachtag hat sich Europaminister Rainer Robra für eine stärkere Berücksichtigung der deutschen Sprache innerhalb der Europäischen Union (EU) ausgesprochen: ?Die Förderung der deutschen Sprache ist ein zentraler Baustein, um in der Europäischen Union mehr Bürgernähe zu schaffen, um die Akzeptanz der EU zu erhöhen und Wettbewerbsnachteile für die deutsche Wirtschaft zu beseitigen: Gerade für Sachsen-Anhalt mit seinen kleinen und mittleren Unternehmen ist die Sprachenfrage von besonderer Bedeutung.? Unternehmen dürften nicht benachteiligt werden, weil Ausschreibungen nicht in ihrer Sprache vorlägen. Auch für Bürgerinnen und Bürger sei grundlegende Voraussetzung einer aktiven Teilnahme am europäischen Leben, daß Informationen in ihrer Sprache zur Verfügung stünden, betonte Robra.

Der Europaminister verwies darauf, daß in den letzten Jahren im Sprachgebrauch der europäischen Institutionen eine stetige Abnahme der Verwendung des Deutschen zu verzeichnen sei. Robra zeigte Verständnis dafür, daß mit der Erweiterung der EU auf 27 Mitgliedsstaaten auch höhere Anforderungen an die Übersetzungen verbunden seien. Allerdings hätten weit über 90 Millionen Bürger der EU Deutsch als Muttersprache. Sie stellten damit die größte Sprachgruppe innerhalb der EU. Dem werde bislang jedoch zu wenig Rechnung getragen. Sachsen-Anhalt habe deshalb gemeinsam mit fünf weiteren Bundesländern eine Erklärung von 18 europäischen Regionen und 40 Abgeordneten des Europaparlaments unterzeichnet, in der eine stärkere Verwendung der deutschen Sprache innerhalb der europäischen Institutionen gefordert wird. So solle der Status von Deutsch als gleichberechtigte Arbeitssprache auch in der Zukunft erhalten und sichtbar bleiben. Es müsse sichergestellt werden, daß Bürger ihre Anliegen auch auf deutsch kommunizieren können und mehr Dokumente und Veröffentlichungen der EU müßten auf deutsch vorgelegt werden.

In einer Zeit, in der Mitteilungen oft auf SMS-Format verknappt würden, sei Sprachpflege auch im eigenen Land unabdingbar. ?Ein sicherer Umgang mit der Muttersprache ist die Voraussetzung dafür, sich eine umfassende Bildung anzueignen. Daher war es richtig, daß wir in Sachsen-Anhalt in den Schulen ein starkes Augenmerk auf den Deutschunterricht als ein Kernfach gelegt haben?, betonte der Europaminister. Er würdigte die Bemühungen der Neuen Fruchtbringenden Gesellschaft um die Pflege der deutschen Sprache. Die 2007 gegründete Gesellschaft ist Veranstalter des 3. Köthener Sprachtages. Diese sieht sich in der Nachfolge der ?Fruchtbringenden Gesellschaft?, der bedeutendsten deutschen Sprachgesellschaft des 17. Jahrhunderts.

<< Hauptseite geschrieben von dsw am 22.06.2009

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