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Haus der deutschen Sprache in Köthen

Über die Eröffnung des bundesweit ersten Hauses der deutschen Sprache am 13. September in Köthen berichteten am 12. September 2008 die Nachrichtenagentur dpa und am 13. September die Tageszeitung ?Die Welt?:

dpa, 12. September 2008:
«Fruchtbringende Gesellschaft» eröffnet Haus der deutschen Sprache

Köthen (dpa) ? In Köthen in Sachsen-Anhalt wird am Samstag ein Haus der deutschen Sprache eröffnet. «Es soll Wissen über die Sprache vermitteln und den einzelnen dazu ermuntern, die Muttersprache zu pflegen und weiterzuentwickeln», teilten die Theo-Münch-Stiftung für die deutsche Sprache (Düsseldorf) und die Neue Fruchtbringende Gesellschaft zu Köthen/Anhalt am Freitag mit. Zunächst würden eineGeschäftsstelle, eine Bibliothek und ein Archiv eingerichtet. Benannt wird das Haus nach Fürst Ludwig von Anhalt-Köthen (1579-1650). Er hatte vor 391 Jahren die erste deutsche Sprachgesellschaft gegründet: die «Fruchtbringende Gesellschaft».

Der Zirkel um Fürst Ludwig (1579-1650) von Anhalt widmete sich im 17. Jahrhundert der Pflege der deutschen Sprache. Der Fürst hatte die Gesellschaft mit sachsen-weimarischen und anhaltischen Regenten und Hofleuten im August 1617 in Weimar gegründet. Ziel war die Emanzipation der deutschen Sprache gegenüber dem Latein. Als geistiges Zentrum der Fruchtbringenden Gesellschaft profilierte sich Köthen, der Sitz von Fürst Ludwig. Formell bestand die Gesellschaft bis 1680. Im vergangenen Jahr wurde in Köthen die Neue Fruchtbringende Gesellschaft gegründet.
(Internet:www.fruchtbringende-gesellschaft.de)


Die Welt, 13. September 2008:
Noch ist unsere Sprache nicht verloren!
In Köthen eröffnet die ?Neue Fruchtbringende Gesellschaft? ein Haus nur für sie
Von Tilman Krause

Wenn heute im sachsen-anhaltinischen Köthen das erste Haus der deutschen Sprache eröffnet wird, kommt eine große Tradition erneut zu Ehren: die Tradition der Sprachgesellschaften. Im Barockzeitalter überzogen sie ganz Deutschland. Sie stellten eine Frühform der scientific community dar, denn ihre Mitglieder mußten ausgewiesene Gelehrte sein. Adel des Blutes und Adel des Geistes saßen dabei Seit an Seit. Ob in der Königsberger ?Kürbishütte? oder bei den Nürnberger ?Pegnitzschäfern?, ob zu Hamburg im Kreis der ?Teutschgesinnten Genossenschaft? oder in Lübecks ?Elbschwanenorden?: Überall arbeiteten die führenden Köpfe an der Verfeinerung der deutschen Sprache. Sie brandmarkten den grassierenden ?Grobianismus?, stärkten die Hochsprache gegen das Dialektale, vor allem aber hielten sie zum Gebrauch der Muttersprache an. Letzteres war besonders nötig in einer Zeit, da die Eliten sich noch oft auf Latein verständigten. Die Geburtsstunde dieser Unternehmungen schlug 1617 in Weimar. Hier gründete sich jene Fruchtbringende Gesellschaft, die dann in Köthen ihren Sitz nahm, wo ihr Fürst Ludwig I. von Anhalt-Köthen über mehrere Jahrzehnte hinweg vorstand. Als sie ihre Mission erfüllt sahen, lösten sich die Gesellschaften nach und nach auf.

2007 entstand sie als Neue Fruchtbringende Gesellschaft (NFG) abermals, und abermals kommt sie gerade recht in einer Zeit, da man für die deutsche Sprache fast den Notstand ausrufen muß. Deformiert durch unsinnige Rechtschreibreformen, zurückgedrängt durch Anglizismen, immer wieder entstellt durch den floskelhaften Gebrauch, den Politiker, ?Talkmaster? und andere Fernsehgrößen von ihr machen, braucht die deutsche Sprache tatsächlich einen ?Ort der Kräftigung?, wie NFG-Vorstandsmitglied Thomas Paulwitz betont. Der ist nun in Köthen geschaffen. Und im nahen Bad Lauchstädt steigt am 17. Oktober das Festival der deutschen Sprache. Noch ist das Deutsche nicht verloren!

<< Hauptseite geschrieben von dsw am 18.09.2008

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