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Porsche als Sprachwahrer?

Am 21. Dezember 2007 verbreitete die Nachrichtenagentur dpa die folgende Meldung:

Porsche für Wahl des «Sprachwahrer des Jahres» nominiert

Erlangen (dpa/lby) ? Sprachschützer haben für die Wahl des «Sprachwahrers des Jahres» unter anderem den Sportwagen-Hersteller Porsche vorgeschlagen. Porsche setze bewußt auf die deutsche Sprache als Unternehmenssprache, um den Einfallsreichtum der Ingenieure nicht zu bremsen, begründete die Zeitung «Deutsche Sprachwelt» ihren Vorschlag. Dies habe zum wirtschaftlichen Erfolg der Porsche AG beigetragen. Porsche unterstütze außerdem im Ausland Werbemaßnahmen für Deutsch als Fremdsprache, hob die Sprachzeitung in einer Mitteilung vom Freitag hervor.

Für die Auszeichnung hat das Blatt außerdem die Schweizer Orthographische Konferenz, den Kabarettisten Günter Grünwald, den Liedermacher Rolf Zuckowski und eine Verbraucherschutzinitiative von Unions-Bundestagsabgeordneten vorgeschlagen. Die Wahl, an der sich alle Leser der «Deutschen Sprachwelt» beteiligen können, endet am 31.
Januar 2008.


Die Automobilzeitschrift ?Autobild? schrieb am 24. Dezember 2007:

?Sprachwahrer des Jahres 2007?
Porsche kann Hochdeutsch
Von Stephan Bähnisch

Porsche ist Kandidat für den ?Sprachwahrer des Jahres?. Die Zeitschrift ?Deutsche Sprachwelt? zeichnet Personen und Institutionen aus, die sich um die deutsche Sprache verdient machen.

Die Stadt Mühlhausen hat den Preis schon, auch Papst Benedikt XVI. ist ein ?Sprachwahrer des Jahres?. Jetzt könnte Porsche zu ungeahnten Ehren kommen, denn die Zuffenhausener Edelschmiede wurde von der Zeitschrift ?Deutsche Sprachwelt? als echter Wahrer der deutschen Sprache ausgemacht. In ihrer Begründung machte die Jury bei Porsche ein Festhalten an der deutschen Sprache aus, die zum Erfolg des Unternehmens beigetragen habe. ?Porsche setzt bewußt auf die deutsche Sprache als Unternehmenssprache, um den Einfallsreichtum der Ingenieure nicht zu bremsen. Porsche unterstütze außerdem im Ausland Werbemaßnahmen für Deutsch als Fremdsprache?, heißt es da.

Offensichtlich haben die Sprachwahrer noch nicht allzu oft in eine Pressemappe der Schwaben geschaut, in denen sich urdeutsche Begriffe wie ?Porsche Active Suspension Managemen? (PASM) oder ?Porsche Traction Management (PTM) neben Porsche Dynamic Chassis Control (PDCC) oder Porsche Ceramic Composite Brake? (PCCB) tummeln. Bei allem Einfallsreichtum der Ingenieure haben sich hier also doch ein paar Anglizismen eingeschlichen. Hoffen wir, daß dies Porsche im Kampf um die Krone der Sprachwahrer gegen die Mitbewerber Schweizer Orthographische Konferenz (SOK), den Kabarettisten Günter Grünwald, den Liedermacher Rolf Zuckowski und eine Verbraucherschutzinitiative von Bundestagsabgeordneten der Union nicht zurückwirft. Abstimmen können nicht nur Porsche-Fans unter www.deutsche-sprachwelt.de/sprachwahrer.


Die ?Frankfurter Neue Presse? schrieb am 27. Dezember 2007:

Im Sprach-Porsche
Von Sabine Kinner

Die Porsche AG ist von der Vereinigung Deutsche Sprachwelt als ?Sprachwahrer des Jahres 2007? vorgeschlagen worden. Der Autokonzern tut sich nämlich ausnahmsweise durch Entschleunigung statt Spitzengeschwindigkeit hervor: Er bremst seine Ingenieure bei der Anwendung des Englischen am Arbeitsplatz. Die Muttersprache des Erfindergeists soll Deutsch bleiben ? wegen ihres Einfallsreichtums. Zwar dürfte in 50 Jahren halb Europa Englisch als Staatssprache haben. Schließlich ermöglicht das Latein von heute die Verständigung mit dem Rest der Welt. Doch es stimmt: Phantasie und Romantik, die beiden Hauptmotoren deutscher Schöpfungskraft, brauchen Deutsch als Heimatdialekt. Denn so wie man spricht, denkt (und lenkt) man. ?Vergißmeinnicht?, ?Gemütlichkeit?, Sehnsucht, ?Donaudampferschiffahrtskapitän?: Das sind die unverwechselbaren Sprach-Porsches auf den Weltmärkten der Tüftelei.

<< Hauptseite geschrieben von dsw am 11.01.2008

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