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Das Haus der deutschen Sprache

Die Mitteldeutsche Zeitung veröffentlichte am 26. August den folgenden Artikel:

Wo die Sprache wohnen soll
Virtuelle Haus-Besichtigung mit Thomas Paulwitz ? Referent beim Sprachtag

Von Ute Hartling-Lieblang

Köthen/MZ. ?Stellen Sie sich vor, wir schreiben das Jahr 2010 und ein Besucher aus Bremen fragt in Köthen Passanten nach dem Haus der deutschen Sprache?. Die weisen ihm freundlich den Weg, weil ihnen das über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Gebäude inzwischen ans Herz gewachsen sei.

Eine erfundene Geschichte, die Thomas Paulwitz, Schriftleiter der Deutschen Sprachwelt, Erlangen, am Samstag in der Lutzeklinik beim 1. Köthener Sprachtag der Neuen Fruchtbringenden Gesellschaft in Köthen vortrug. Ein Luftschloss aus dem Märchen? Sicher nicht, wie Prof. Uta Seewald-Heeg, Vorsitzende der Gesellschaft, unterstrich. Sie könnte sich ein solches Haus in einigen Jahren - ?vielleicht ist 2010 etwas zu früh?- am besten im Ambiente des Köthener Schlosses vorstellen. Dort, wo Fürst Ludwig, der Begründer der bedeutenden Sprachgesellschaft des 17. Jahrhunderts, gelebt und gewirkt hat.

Schon in Kürze will der Verein mit seinem Konzept an den Köthener Oberbürgermeister herantreten.

Auch wenn das Objekt, in dem die Sprache wohnen soll, noch nicht feststeht, den Inhalt des Hauses hat Paulwitz in seinem virtuellen Vortrag am Samstagmorgen vor einem gut gefüllten Saal bereits sehr eindrucksvoll beschrieben: Wissen über die deutsche Sprache soll hier vermittelt, das Bewusstsein ihrer Schönheit geweckt, ihre Vielfalt beschrieben werden; nicht zu vergessen die Pflege als Muttersprache. Dazu soll das Haus nicht nur über eine Bibliothek mit Lesesaal und ein Archiv, sondern auch über einen Saal der Begegnung verfügen. Es soll vernetzt sein mit anderen Häusern beispielsweise in Berlin oder München, wo die Stiftung für Deutsche Sprache und das Goethe-Institut ähnliche Projekte planen. Nur im Miteinander könne das Ziel, die deutsche Sprache als Amts-, Kultur-, Landes- und Wissenschaftssprache zu erhalten, zu pflegen, zu schützen und weiterzuentwickeln, erreicht werden, wurde in der anschließenden Diskussion unterstrichen.

Doch zurück zum Haus, dessen Hausherren die Stadt Köthen und die neue Fruchtbringende Gesellschaft sein sollen und das nach Vorstellung der Initiatoren vorwiegend aus privaten Spenden und Wirtschaftssponsoring finanziert werden könnte. Offen für alle, soll es ein lebendiges Haus und ?kein Pflegeheim der Sprache sein?, unterstrich Paulwitz. Besonders Schulen und Studenten seien zur Nutzung eingeladen. Aber auch eine Forschungs- und Bildungsstätte, Sprachberatungen, Dichterlesungen, Vortragsabende und Sprachkurse für Zuwanderer könnten hier angeboten werden.

In einem ?Raum der Stille? könnte man sich dem Literaturstudium widmen. Angeschlossen werden soll auch ein Garten nach dem Vorbild der alten Fruchtbringer, die die Palme im Orden trugen. Schließlich, so Paulwitz, sei der Sprachpfleger nicht zuletzt auch ein Gärtner, der das Pflänzchen Sprache pflege. Dass man als noch sehr junger Verein ohne staatliche Förderung ein solches Vorhaben nicht aus dem Boden stampfen kann, war den Anwesenden klar. Dennoch war der Zuspruch groß und die Anregungen vielfältig. So schlug man aus dem Auditorium vor, nicht auf das Haus zu warten, sondern bescheiden mit einem bis zwei Räumen zu beginnen. Wohlwollend aufgenommen wurde auch der Vorschlag, das Haus der Sprache nicht zu eng zu konzipieren.

Verbindungen zur Musik, beispielsweise zu Bach, aber auch zur Homöopathie oder zur Ornithologie könne man sich durchaus vorstellen, hieß es.

<< Hauptseite geschrieben von dsw am 28.08.2007

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