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Schriftsteller für Urheberrechtsschutz in der Rechtschreibung

In seiner Sitzung vom 22. Juni dieses Jahres diskutierte der Rat für deutsche Rechtschreibung über den Stand der Umsetzung der reformierten Reform der deutschen Rechtschreibung. Jakob Ossner, Rektor der Pädagogischen Hochschule Weingarten und Vertreter des Symposions Deutschdidaktik, beklagte sich in seiner Wortmeldung über eine bei der VG Wort hinterlegte Liste von derzeit 65 Autoren und deren Erben, Tendenz steigend, die Kinder- und Schulbuchverlagen verbieten, unabgesprochen orthographische Anpassungen ihrer Texte nach der jeweils gerade gültigen Rechtschreibung vorzunehmen. Ossner forderte vom Rat Unterstützung, diese in seinen Augen gefährliche Verwirrung von jungen Lesern hintanzuhalten. Er verstieg sich dabei sinngemäß zu der Aussage, auf Texte weniger prominenter Autoren würde man eben verzichten, wenn sie störrisch seien, aber es ginge doch nicht an, Brecht nicht mehr abzudrucken, nur weil seine Erben keinen Freibrief für Eingriffe ausstellten.

Der Vertreter der IG Autorinnen Autoren im Rat für deutsche Rechtschreibung, Ludwig Laher, wies dieses Ansinnen zurück und erinnerte an den von der IG Autorinnen Autoren erwirkten Erlaß des österreichischen Ministeriums, keine mit dem Argument der überholten Rechtschreibung begründeten Schulbibliothekssäuberungen zu gestatten, weil ein Zusammenhang zwischen Produktion und Rezeption im Bereich der Rechtschreibung nicht direkt gegeben sei. Der Rat nahm den Vorschlag Lahers an, bei der nächsten Sitzung im Herbst ein Impulsreferat zum Thema ?Hausorthographien? von Autoren und über den Stellenwert nicht regelkonformer Rechtschreibung im ästhetischen Konzept eines Textes sowie über davon unabhängige diachrone Aspekte zu halten: Wenn zum Beispiel Brecht die zu seiner Zeit gängige eingedeutschte Form ?Schofför? verwendete, so sagt das auch etwas über Milieus und Stimmungen zu einem bestimmten historischen Zeitpunkt aus. Hier die Schreibung auf ?Chauffeur? zu ?verbessern? ist ein vollkommen unpassender und daher inakzeptabler Eingriff.

In Österreich zeigt sich die Rechtslage in diesem Zusammenhang für Autoren leider noch ungünstiger als in Deutschland. Deshalb ist es notwendig, den Ansprüchen auf individuelle Schreibweisen und den entsprechenden Urheberrechtsforderungen Nachdruck zu verleihen.

Die IG Autorinnen Autoren ersucht daher ihre Mitglieder und die Rechtsnachfolger verstorbener Mitglieder sowie österreichische Autorinnen und Autoren und Rechteinhaber generell um die Unterzeichnung der folgenden Erklärung, die den deutschsprachigen Verwertungsgesellschaften sowie in allen Zusammenhängen, in denen diese Untersagungserklärung dem Schutz der Urheberrechte der Unterzeichnenden dienen kann, bekanntgemacht wird.

Gerhard Ruiss

Erklärung
Ich untersage in allen deutschsprachigen Publikationszusammenhängen jegliche unabgesprochenen Eingriffe in die Gestalt meiner Texte bzw. als dessen/deren Rechtsnachfolger/in in die Gestalt der Texte von

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auch jene, die als orthographische Anpassung bezeichnet werden. Dies gilt insbesondere für den Abdruck in Schulbüchern und anderen pädagogischen Lehrmitteln.

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Name

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Ort, Datum

Weiters unterstütze ich das Vorhaben der Interessengemeinschaft österreichischer Autorinnen und Autoren, den österreichischen Gesetzgeber aufzufordern, die in diesem Zusammenhang unhaltbaren Urheberrechtszustände innerhalb Österreichs zugunsten der Autorinnen und Autoren zu verändern und entsprechende Verhandlungen darüber aufzunehmen.

Rücksendungen und Rückmeldungen an:

Gerhard Ruiss
IG Autorinnen Autoren, Literaturhaus
Seidengasse 13
A-1070 Wien
Telefax: +43-(0)1/5262044-55
gr@literaturhaus.at

<< Hauptseite geschrieben von dsw/igaa am 14.08.2007

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