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Auf humorige Art und Weise karikiert die SPD-Landtagsabgeordnete Stefanie Wiegand (SPD) die Tatsache, daß die Minister der nordrheinwestfälischen Regierung die ?dringende Bitte? des Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers mißachten, Denglisch zu vermeiden. Wir geben die Kleine Anfrage der Abgeordneten unten wieder. Weniger humorvoll reagierte der Verein Deutsche Sprache (VDS). Er bot der SPD-Abgeordneten ?Nachhilfe in gutem Deutsch? an.
LANDTAG NORDRHEIN-WESTFALEN
14. Wahlperiode ? Drucksache 14/4569 ? 18.06.2007
Kleine Anfrage 1703 der Abgeordneten Stefanie Wiegand SPD
Wie ahndet der Ministerpräsident die fortwährenden Verstöße seines Kabinetts gegen die ?Denglisch?-Direktive?
Den beiden Printmedien ?General-Anzeiger Bonn? und ?Westdeutsche Allgemeine Zeitung? zufolge hält es der nordrhein-westfälische Ministerpräsident nicht mehr für hip und trendy, sich häufig so genannten ?Denglischs?, eine Mischung aus deutschen und englischen Begriffen, zu bedienen. Eine entsprechende ?dringende Bitte? habe er an seine Kabinettsmitglieder gerichtet, damit diese künftig weniger Sprachenmix aus Selfmade-Englisch und Restdeutsch in ihren ministeriellen Schreiben, auf Foldern, in ihren Statements und bei den Giveaways verwenden.
Dessen ungeachtet unterlaufen zahlreiche Minister diese governmental policy fahrlässig. So ist beispielsweise Prof. Dr. Andreas Pinkwart über das NRW-Landesportal über die Homepage von www.nrw.de mit seiner Regierungserklärung verlinkt, in der von ?Innovationsschübe von den Life Sciences? und vom ?Science-to-Business Ansatz? die Rede ist. Als notorisch unbelehrbar in Sachen deutsch-englischer Wortkreuzungen tritt aktuell Verbraucherschutzminister Eckhard Uhlenberg cool in Erscheinung. Vor wenigen Tagen stellte er öffentlich seinen ?NRW-Smiley? vor, mit dem er im Rahmen eines Pilotprojekts beispielhafte Gaststätten im ganzen Land als Ergebnis von regelmäßigen amtlichen Betriebskontrollen auszeichen will. Ein Websearch ergab, dass im Internet entsprechende Artikel über die Smiley-Aktion verlinkt sind, für die man dort obendrein ?voten? kann.
Ich muss daher die Landesregierung fragen:
1. Wird der Kabinettschef von seinem Verbraucherschutzminister Eckhard Uhlenberg verlangen, dass der ?NRW-Smiley? in ?NRW?s lachendes Strichgesicht? umbenannt wird?
2. Wie will die Landesregierung künftig verhindern, dass englische Begriffe sowie ?denglische? Wortschöpfungen für nordrhein-westfälische Events und Projekte Verwendung finden?
3. Reicht im vorliegenden Fall für das Kabinettsmitglied Uhlenberg zur weiteren Schadensbegrenzung bereits eine Selbstanzeige bei dem Verein für Deutsche Sprache e.V. in Dortmund aus?
Stefanie Wiegand
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