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20. März 2004

Aus für die Rechtschreibreform noch in diesem Jahr?

erschienen am 20. März 2004 in der 15. Ausgabe der DEUTSCHEN SPRACHWELT auf Seite 4

Seit Konrad Dudens 175. Geburtstag am 3. Januar dieses Jahres ist wieder Bewegung in die Debatte um die Rechtschreibreform gekommen. Die DEUTSCHE SPRACHWELT hatte in einer Pressemitteilung erklärt: „Kein schöneres Geburtstagsgeschenk könnten wir Konrad Duden machen, als das Rechtschreibchaos zu beenden.“ Über diesen Wunsch der DSW berichteten unter anderem Deutsche Welle, Badische Zeitung, Saar-Echo, Obermain-Tagblatt, Bayerische Rundschau, Nordbayerischer Kurier, Coburger Tageblatt und Westerwald-Post. DSW-Schriftleiter Thomas Paulwitz führte in einem Hörfunksender des öffentlich-rechtlichen Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB) ein Gespräch, in dem er darlegte, warum die Rechtschreibreform zurückgenommen werden müsse. Die Zeitung „Rheinpfalz“ befragte aufgrund der DSW-Pressemitteilung ihre Leser im Weltnetz. Eine große Mehrheit der Abstimmenden forderte daraufhin die Rücknahme der Reform.

Ende Januar sickerten dann die Ergebnisse des vierten Berichtes der Zwischenstaatlichen Kommission für deutsche Rechtschreibung für das Jahr 2003 durch, die einerseits auf eine teilweise Rücknahme der Reform hinauslaufen, andererseits Tausende Änderungen in den Wörterbüchern zur Folge haben werden. Der Gipfel war der in dem Bericht geäußerte Wunsch der Reformer, zur letzten Instanz in Rechtschreibfragen erhoben zu werden. Ein allgemeiner Sturm der Entrüstung brach los. Nicht nur Schriftsteller wie Reiner Kunze, Hans Magnus Enzensberger und Monika Maron empörten sich, sondern diesmal auch zahlreiche Journalisten.

Mitte Februar wandten sich mehr als fünfzig Professoren der Rechtswissenschaft mit einer Petition an die Parlamente in der Schweiz, in Österreich und der Bundesrepublik Deutschland und forderten die Rückkehr zur klassischen Rechtschreibung. Den genauen Wortlaut können Sie sich von unserer Netzseite herunterladen. Ende Februar machte ein Offener Brief von zehn Präsidenten deutscher Akademien die Runde, in dem diese die Prüfung der Rechtschreibreform durch unabhängige Sprachwissenschaftler forderten. Thüringens Kultusminister Michael Krapp forderte daraufhin, die Kritiker einzubeziehen, um den Rechtschreibfrieden wiederherzustellen. Ein Ereignis jagt das nächste. Hat die Dämmerung der Rechtschreibreform begonnen? Konrad Duden würde sich freuen. (dsw)

 

 
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