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Reformationstag: Halloween-Teufel nicht mit dem Beelzebub austreiben Erlangen, 30. Oktober 2008 Mit Lob und Tadel würdigt die DEUTSCHE SPRACHWELT die Bemühungen der evangelischen Kirche, dem Gruselfest Halloween am 31. Oktober einen erneuerten Reformationstag entgegenzusetzen. „Es ist gut, den Reformationstag gegen die feindliche Übernahme durch Halloween zu verteidigen“, erklärte der Chefredakteur der Sprachzeitung, Thomas Paulwitz. Gleichzeitig warnte er aber davor, den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben, „indem man die Nebelwerfer des kommerzialisierten Halloween-Festes übernimmt.“ Dazu gehöre die Verdrängung der deutschen Sprache durch Amerikanismen. Mit dem Titel der Aktion „Church Night“ versuche zum Beispiel das Evangelische Jugendwerk in Württemberg, an einen vermuteten Zeitgeist Ablaß zu zahlen. So gibt es deutschlandweit 650 Church-Night-Veranstaltungen wie „Scary Mission Martin’s Mystery 2“. Die Deutsche Bibelgesellschaft bietet einen „Sneak Preview“ auf die Paulusbriefe. Stolz verweist das Jugendwerk auf ein Schreiben des Deutschen Patentamts, das bescheinigt, daß die Wörter „church“ und „night“ laut Duden-Fremdwörterbuch von 2005 „bereits in den deutschen Sprachschatz eingegangen“ seien. Diesem „Nachäffen der Werbesprache“ widersprach Paulwitz, indem er die 80. der 95 Thesen Martin Luthers zitierte, die dieser am 31. Oktober 1517 an der Wittenberger Schloßkirche befestigte: „Bischöfe, Pfarrer und Theologen, die dulden, daß man dem Volk solche Predigt bietet, werden dafür Rechenschaft ablegen müssen.“ Es habe einen tiefen Grund, daß Luther die Bibel ins Deutsche und nicht etwa ins Englische übersetzte. Nicht mit massenhaften Anleihen aus Fremdsprachen erreiche man Jugendliche, sondern indem man diese ernstnehme und ihnen gegenüber überzeugend auftrete. „Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über“ (Matthäus 12, 34) auch ohne Amerikanismen. Das belege vorbildlich die Aktion „Lutherbonbon“ der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche, die „ohne englische Blendwörter“ auskommt. Der schöne Einfall, Kindern, die zu Halloween um Süßigkeiten betteln, mit „Lutherbonbons“ die Reformation näherzubringen, entspreche dem Bibelwort „Klopfet an, so wird euch aufgetan.“ (Lukas 11, 9)Siehe auch die Pressemitteilung zum Reformationstag 2007: Reformation statt Halloween feiern Die DEUTSCHE SPRACHWELT ist mit rund 80.000 Lesern (Leserbefragung 2002) die größte deutsche Sprachzeitung. Sie erscheint vierteljährlich und ist Sprachrohr und Plattform einer ständig wachsenden Bürgerbewegung, die sich um die deutsche Sprache sorgt und für ein neues Sprachbewußtsein eintritt. Die DEUTSCHE SPRACHWELT kämpft für die Erhaltung einer lebendigen deutschen Sprache. Schriftleitung: Probeexemplare der Sprachzeitung können Sie hier bestellen:
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