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PRESSEMITTEILUNG – PM 2005-02-08

„40 Tage quasselfrei“:
Verzicht auf Fast-Food-Sprache

Erlangen, 8. Februar 2005

Am morgigen Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit. Aus diesem Anlaß ruft die DEUTSCHE SPRACHWELT zur Aktion „40 Tage quasselfrei“ auf. Der Verzicht auf „Fast-Food-Sprache“ biete jedem einzelnen die Möglichkeit, bis Ostern das Bewußtsein für die Feinheiten der Sprache wieder etwas zu schärfen, so Thomas Paulwitz, der Schriftleiter der Sprachzeitung.

„Viele Menschen unterlassen in der Fastenzeit liebgewonnene Gewohnheiten, um ihren Geist durch bewußte Enthaltsamkeit zu stärken und das Leben wieder tiefer zu spüren. Die einen halten sich beim Essen zurück, die anderen verzichten auf Alkohol oder auf das Fernsehen.“ Auch der bewußte Verzicht auf eine aufgeblasene Sprache und das bewußte Wahrnehmen des anderen können diese positiven Wirkungen haben, so Paulwitz.

Paulwitz macht darauf aufmerksam, daß zu den „kleinen Teufelchen, die sich dem Menschen gerne in den Nacken setzen“, auch die Versuchung gehört, mit sprachlichen Übertreibungen den anderen zu blenden, um sich selbst in ein besseres Licht zu setzen. Das könne auf vielerlei Weise geschehen: zum Beispiel mit dem Verwenden überflüssiger Fremdwörter (Event, Fun, happy), mit dem übermäßigen Gebrauch von Superlativen (mega, super, hyper) oder mit einer Sprache, in der nur noch gehaßt oder geliebt, aber nicht mehr abgelehnt und gemocht wird.

Professor Hans-Manfred Niedetzky, Vorsitzender des Vereins für Sprachpflege, verweist auf den Apostel Paulus, der warnte: „Es gibt wer weiß wie viele Sprachen in der Welt und nichts ist ohne Sprache. Wenn ich nun den Sinn der Laute nicht kenne, bin ich für den Sprecher ein Fremder, wie der Sprecher für mich.“ (1. Korinther, 14, 10-11) Niedetzky: „Diese Bibelstelle sollten sich alle zu Herzen nehmen, die mit Bezeichnungen wie Jesus House, Linking Knowledge oder Smartsourcing um sich werfen. Solche Sprachblähungen sind auf reine Fremdwortvöllerei zurückzuführen, die dem gegenseitigen Verstehen schadet.“ Öffentliche Sprachsünder seien dazu aufgefordert, so Paulwitz, „ihr närrisches Wörtertreiben zu beenden und künftig dauerhaft auf überflüssige Fremdwörter zu verzichten.“

Am jüngsten Tag, wenn die Posaunen schallen
Und alles aus ist mit dem Erdeleben,
Sind wir verpflichtet, Rechenschaft zu geben
Von jedem Wort, das unnütz uns entfallen.
(aus Goethes Sonett „Warnung“)

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