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PM 2004-01-15
PRESSEMITTEILUNG / DEUTSCHE SPRACHWELT – Die Plattform für alle, die Sprache lieben

Gegen die Aussprache „Zwanzigeins“

Erlangen, 15. Januar 2004

Gegen die Anglisierung der Aussprache von Zahlen (etwa Zwanzigeins statt Einundzwanzig), wie sie der Bochumer Mathematikprofessor Lothar Gerritzen anläßlich seines am 19. Januar stattfindenden Kolloqiums zum „Zahlenaussprechsystem“ fordert, wendet sich die Sprachzeitung DEUTSCHE SPRACHWELT. „Die deutsche Weise, Zahlen auszusprechen, ist überaus logisch und behindert keineswegs das Lernen“, erklärte der Schriftleiter der Zeitung, Thomas Paulwitz. Daß die jetzige Aussprache Nachteile für Schüler habe, sei eine unbewiesene Behauptung und völlig aus der Luft gegriffen.

Die Aussprache „Einundzwanzig“ entspreche dem in unserer Muttersprache verwurzelten Verständnis von Zahlen und vom Zählen, so Paulwitz. Es sei logisch, unterhalb der Hunderter von der kleinen zur großen Zahl, vom Einer zum Zehner zu gehen. Keineswegs sei die Aussprache „verdreht“, wie Gerritzen behauptet. Verdreht erscheine sie vielleicht Angehörigen des englischen Sprachraums. Genauso unsinnig wäre die Forderung, daß sich die Engländer gefälligst nach unserer Art zu sprechen richten sollten.

Andere Völker kommen mit demselben Aussprachesystem ebenfalls gut zurecht. Die Araber, die ja die Erfinder unserer Ziffern sind, sowie Holländer oder Norweger verwenden dieselbe Aussprachereihenfolge wie wir. Franzosen sprechen wesentlich verwickelter: 98 zum Beispiel heißt auf französisch quatre-vingt-dix-huit, übersetzt also vier-zwanzig-zehn-acht.

Die Verwechslungsgefahr in der Kommunikation und wirtschaftliche Schäden würden mit einer Sprachreform – anders als Gerritzen behauptet – nicht kleiner, sondern im Gegenteil größer: Mit „20-1“ statt „Einundzwanzig“ käme es einerseits innerhalb des deutschen Sprachraumes zu mehr Verwechslungen, weil auf lange Sicht zwei Aussprachesysteme nebeneinander bestünden; andererseits würde es für Ausländer schwieriger, Deutsch zu verstehen, weil sie zwei Aussprachearten lernen müßten, um alle Deutschen zu verstehen. Paulwitz warnt: „Es wäre für die deutsche Sprache nur schwer zu verkraften, nach dem Rechtschreibchaos jetzt auch noch ein solches Aussprachechaos zu schaffen!“

20-1 oder Einundzwanzig? Schreiben Sie uns Ihre Meinung dazu!

Zu den Reaktionen unserer Leser...

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