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In die Aufbruchstimmung von Leipzig reihte sich auch die DEUTSCHE SPRACHWELT ein Von Thomas Paulwitz (erschienen am 20. Juni 2003 in der 12. Ausgabe der DEUTSCHEN SPRACHWELT auf den Seiten 1 und 3) Leipzig leuchtet. Die alte Messestadt ist nicht ohne Grund für Deutschland ins Rennen geschickt worden, um sich für die Austragung der Olympischen Spiele zu bewerben. Die Aufbruchstimmung und die Aufgeschlossenheit für das Kulturelle sind allenthalben zu spüren. Die Stadt der Montagsdemonstrationen und der Revolution von 1989 war also genau der richtige Ort, um auf das Sprachpflegeanliegen der DEUTSCHEN SPRACHWELT aufmerksam zu machen.
Der Schwung von Leipzig spiegelte sich auch wider in den Grußworten von Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee und Ministerpräsident Georg Milbradt zur Eröffnung der Buchmesse am Abend des 19. März im Leipziger Gewandhaus. Das Neue Mendelssohn-Kammerorchester Leipzig unter der Leitung von Gunnar Harms untermalte mit Antonin Dvoráks schwungvollen Slawischen Tänzen und Joseph Haydns Feuersymphonie eine gelungene Auftaktveranstaltung. Die Präsidentin des Goethe-Institutes, Jutta Limbach, die tags darauf auch dem Stand der DEUTSCHEN SPRACHWELT ihren Besuch abstattete, hielt die Festrede. Über die Essenz der Kultur sprach Christina Weiss, Staatsministerin für Kultur und Medien. Nachdem sie ein Loblied auf den Sinn des Buches angestimmt hatte, setzte sie fort: Sprechen wir hier vom Buch, müssen wir ja auch von der Sprache sprechen. Ist es ein Gebot, unsere Talente zu nutzen, müßten wir uns auch darauf verständigen können, unsere Sprache vervollkommnen zu wollen. Frau Weiss erkannte also an, daß unsere Sprache verbessert werden kann. Sie sieht als alleiniges Mittel dazu die Literatur: In gewisser Weise sind wir alle Kulturschaffende. Die einfachste Art, um als Kulturschaffende erfolgreich zu sein, das heißt: die Welt zu verbessern, ist, sich von der Literatur das entsprechende Rüstzeug zu holen. In der Literatur liege unsere kulturelle Intelligenz. Das Lesen fördere sie. Dazu ist Leipzig der richtige Ort. Das zur Messe stattfindende Veranstaltungsprogramm Leipzig liest ist mit mehreren hundert Vorführungen eines der größten europäischen Lesefeste. Nicht nur Leipzig liest hatte einen Besucherrekord, auch auf die Buchmesse kamen so viele Schaulustige wie nie zuvor. 88.000 Besucher kamen, darunter sehr viele Jugendliche. Es wurden 7.000 Schülerkarten mehr verkauft als im vergangenen Jahr. Der Krieg gegen den Irak überschattete allerdings die Bücherschau. Zur Verleihung des Deutschen Bücherpreises sagte der Schriftsteller Peter Härtling in seiner Dankesrede: Der Krieg ist eine Form der Sprachlosigkeit.
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