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Überwältigender Zuspruch

Die DEUTSCHE SPRACHWELT auf der Leipziger Buchmesse

Von Hans-Manfred Niedetzky

(erschienen am 20. Juni 2003 in der 12. Ausgabe der DEUTSCHEN SPRACHWELT auf Seite 3)

19. März, mittags, irgendwo in der Erlanger Innenstadt: Ein schon gut beladener BMW-Kombi aus dem deutschen Südwesten versucht sich zum Büro der DEUTSCHEN SPRACHWELT durchzuschlagen, um noch mehr Messegut aufzunehmen: Zeitungen, Wörterbücher, Flugblätter. Morgen beginnt die Leipziger Buchmesse, deswegen müssen heute die letzten Vorbereitungen getroffen werden. Der Irrgarten aus Einbahnstraßen, gesperrten Straßen und Baustellen kann den BMW und seine drei Insassen nicht aufhalten. Endlich kann der Schriftleiter die drei Mitstreiter begrüßen.

Schließlich ist auch der letzte freie Kubikzentimeter des Laderaums mit Zeitungen ausgefüllt. Nichts wie raus aus Erlangen. Am Nachmittag kann der Messestand noch in Ruhe bestückt und möbliert werden. Der Verein für Sprachpflege (VfS) hatte für die DEUTSCHE SPRACHWELT und den Mitaussteller Verein lebendige deutsche Sprache einen gemeinsamen Stand gemietet. Vier Tage lang leisteten insgesamt acht Mithelfer Standdienst. Erstmals war die DSW auf einer Messe.

Am Donnerstagmorgen gab es dann gleich Aufregung am Stand. Eine Dame in Begleitung kommt den Gang entlang, bleibt stehen, mustert den SPRACHWELT-Messestand. Die Dame muß eine hohe Persönlichkeit sein. Getuschel am Stand: „Das ist doch..., das gibt’s doch nicht..., Was machen wir jetzt...“ Vor uns steht Jutta Limbach, ehemalige Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts und jetzige Präsidentin des Goethe-Instituts. Der VfS-Vorsitzende nutzt schließlich die Gunst der Stunde, spricht Frau Limbach an, stellt die DSW vor, überreicht Zeitungen und Visitenkarte. Über eine mögliche Zusammenarbeit wird gesprochen.

STANDBESUCHER
Egon Bahr, ehemaliger Bundesminister und Kanzlerberater

Katharina Burkhardt, Sprachwahrer des Jahres 2002 (Wortschatz)

Peter Eisenberg, bekannter Potsdamer Sprachwissenschaftler

Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes

Jutta Limbach, Präsidentin des Goethe-Institutes

Helmut Matthies, Leiter der Nachrichtenagentur idea

Günter Nooke, kultur- und medienpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion

Diethold Tietz, Vorstandsmitglied im Verein Deutsche Sprache

und viele andere

Frau Limbach bleibt nicht die einzige bekannte Persönlichkeit, die an den Stand kommt. Egon Bahr war ebenso bei der DEUTSCHEN SPRACHWELT wie Peter Eisenberg, Diethold Tietz, Josef Kraus und viele andere. So schön es ist, daß auch Vertreter des öffentlichen Lebens den Stand besuchen, ohne die vielen hundert Messebesucher, mit denen wir ins Gespräch kamen, wäre die Messe nicht annähernd so erfolgreich gewesen.

Ermutigend war der Zuspruch, den wir für unsere Arbeit erhielten. Die anregenden Unterhaltungen über unsere Muttersprache, über Rechtschreibung, Fremdwörter, Sprachstil und Ausdrucksweisen zeigten eindrucksvoll, daß vielen Menschen die deutsche Sprache am Herzen liegt. Nicht wenige sagten uns, daß sie angesichts der allgemeinen Sprachverschluderung schon fast aufgegeben hätten. Um so erfreuter seien sie jetzt, von unserem Einsatz für die deutsche Sprache zu erfahren. Überraschend und erfreulich war der hohe Anteil junger Besucher, die sich am Stand drängten. Gerade auch die jungen Menschen zeigten große Neugier für die Pflege der deutschen Sprache.

Über 3.000 Stück der DSW-Buchmesse-Sonderausgabe verteilten wir während der Messetage. Am ersten Tag bot die Standbesatzung die kostenlose Sonderausgabe mehr oder weniger wortlos an, was bei den vorbeigehenden Menschen wenig Neugier weckte. Erst als wir dazu übergingen, die DEUTSCHE SPRACHWELT wortreich als Sprachzeitung und -plattform anzupreisen, stieg die Wißbegierde des Publikums schlagartig an. Die Menschen blieben stehen, verweilten länger am Stand und manche, die schon fast vorbeigelaufen waren, machten auf dem Absatz kehrt, um ihre Sonderausgabe zu ergattern.

MITHELFER
Die Standbesatzung der DEUTSCHEN SPRACHWELT während der Leipziger Buchmesse:

Uwe Bernd Baumeister

Claudia Ludwig

Maria und Hans-Manfred Niedetzky

Werner Oemke

Rosmari und Thomas Paulwitz

Stephan Scherdel

Immer wieder bildeten sich Trauben von Menschen vor dem Stand, die mehr von der DEUTSCHEN SPRACHWELT erfahren wollten. Die Nachfrage und der Zuspruch waren überwältigend. Nur zwei Personen kamen an den Stand zurück und gaben uns die Sonderausgabe zurück, weil sie Druckfehler entdeckt hatten. „Wer sich für Deutsch einsetzt, sollte auch Deutsch können“ lautete ein erbost vorgetragener Vorwurf. Wir trugen es mit Fassung, denn jeder, der je einen Artikel oder ein Buch geschrieben hat, weiß, daß selbst trotz mehrmaligem Durchlesen immer wieder der Fehlerteufel zuschlägt.

Daß der Messeauftritt ein Erfolg war, zeigt sich noch viele Wochen später an den eingehenden Briefen, Anfragen und Bestellungen. So gut es geht versuchen wir, den Berg abzuarbeiten. Da wir weder haupt- noch nebenberufliche Kräfte anstellen können, bitten wir unsere geschätzte Leserschaft um Nachsicht und Verständnis, wenn es in den vergangenen Wochen nicht immer zügig mit der Bearbeitung der Post vorangegangen ist.

Die Planung, Vorbereitung und Durchführung des Messeauftritts der DEUTSCHEN SPRACHWELT war sehr aufwendig. Der erreichte Erfolg rechtfertigt aber den großen Aufwand. Rein wirtschaftlich gesehen war es zwar kein Gewinngeschäft, aber vielen Menschen im Lande konnten wir zeigen, daß sie in ihrer Sorge und in ihrem Einsatz für die deutsche Sprache nicht allein sind.

 

 
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