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20. September 2003
Netzwerk Deutsche Sprache

Tagungsvorträge

Entschließung von Klosterneuburg
für Deutsch als Wissenschaftssprache
bekanntgegeben am 29. September 2003

Die Klosterneuburger Forderungen gehen in die zehn sprachpolitischen Forderungen der DEUTSCHEN SPRACHWELT ein. Beachten Sie dazu besonders unsere 2. Forderung.


Mit großer Aufmerksamkeit beobachten die Sprachvereine die Abwertung unserer Muttersprache im Bildungswesen, im Hochschulbereich und in der Forschung.

Englisch gilt heute als die „internationale Wissenschaftssprache“, damit meint man die Sprache, in der alle Forscher kommunizieren und veröffentlichen müssen.

Wenn auch die internationale Veröffentlichungs- und Konferenzkommunikation sinnvollerweise in der jeweiligen international üblichen Verständigungssprache stattfinden sollte, so haben doch Denken, Arbeiten, Diskutieren, kreatives Forschen – auch international – keine Chance, wenn ihre Grundlage, die differenzierte, logische und hoch assoziative Muttersprache – Quell unserer Denkstruktur und unseres Weltwissens – aufgegeben wird.

Wir stellen daher folgende Forderungen:

  • Die Wissenschaftsmedien im deutschen Sprachraum sollen wieder verstärkt Platz schaffen für deutschsprachige Veröffentlichungen diverser Fach- und Spezialgebiete.
  • Gleichzeitig sollen die deutschsprachigen, von den öffentlichen Mitteln ihrer Länder finanzierten Forscher zumindest anwendungsorientierte Forschungsergebnisse nicht nur auf englisch, sondern wieder vermehrt auch auf deutsch publizieren, um z. B. dem Mittelstand, Hauptträger unserer Innovation und nicht zuletzt der Beschäftigung, den Zugang zu ihren Ergebnissen zu erleichtern.
  • An die Politiker und Wissenschaftler appellieren wir, die Muttersprache im akademischen Bereich – und damit den freien Zugang zur Bildung für alle – nicht mutwillig der unbedachten Bevorzugung einer Fremdsprache zu opfern, die als Grundlage der Fachsprachen und der Wissenschaft im eigenen Sprachraum weniger gut geeignet ist. Es ist oft schwer genug, wissenschaftlich-technische Materien zu verstehen – wie viel schwerer ist es, dies noch dazu in einer Fremdsprache zu tun.
  • Das Argument, dann müsse man eben die Fremdsprache noch ausschließlicher erlernen, führt letztlich zur Aufgabe unserer Muttersprache und Kultur und zwingt uns auf Jahrzehnte in politische und ökonomische Unterlegenheit (und auch Abhängigkeit) gegenüber dem englischsprachigen Raum.

Zusammengefaßt lautet unser Appell:
Laßt uns unsere Muttersprache auch auf dem Gebiet der Wissenschaften bewahren und fördern!

U n t e r z e i c h n e r

– Bund für deutsche Schrift und Sprache, Deutschland/Österreich

– Förderverein Bairische Sprache und Dialekte

– Interessengemeinschaft Muttersprache in Österreich Graz

– Arbeitskreis Deutsche Muttersprache in Südtirol

– Sprachkreis Deutsch, Bern

– Verein Deutsche Sprache, Dortmund

– Verein „Muttersprache“, Wien



Tagungsvorträge
Univ.-Prof. Dr. Manfred A. Fischer Sollen Pflanzen und Tiere auch deutsche wissenschaftliche Namen tragen?
Univ.-Prof. Dr. Helmut Glück Aufstieg und Niedergang der Wissenschaftssprache Deutsch
Univ.-Prof. Dr. Walter Krämer Sprache als Produktionsfaktor – wie teuer ist Denglisch für die Wirtschaft und die Wissenschaft?
Univ.-Prof. Dr. Heinz Dieter Pohl Deutsch als zentrale Sprache der Sprachwissenschaft – ein Rückblick
Univ.-Prof. Dr. Hermann Zabel Möglichkeiten und Grenzen einer Liste von Anglizismen, die ohne Mühe durch deutsche Wörter ersetzt werden können
Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Sauer Der österreichische Wortschatz in den jüngsten Wörterbüchern der BRD
Dr. Dietrich Voslamber Wissenschaftssprache am Scheideweg – die Sprachenproblematik aus der Sicht eines Physikers
Thomas Paulwitz M.A. Christian Thomasius’ Kampf für Deutsch als Wissenschaftssprache
Klaus Däßler Wissen, Intelligenz und ihre Beziehung zur Muttersprache – der Begriff der Wissenschaftssprache.

 
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