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NACHGEFRAGT

von Reinhard Kalb

(erschienen im Sonntagsblatt 41/01 vom 14. Oktober 2001, Seite 14)

Früher verabredete man sich am Telefon zum Fest, heute macht man am Handy sein Date aus zum megageilen Superevent. Viele Leute plagt daron ästhetisches Bauchweh, ein Historiker aber macht ernst: Thomas Paulwitz, Co-Herausgeber des Wörterbuches „Engleutsch“, kämpft für ein verständliches Deutsch.

Herr Paulwitz, wie kommt es zur Schwemme von Anglizismen?

Paulwitz: Eine Folge von globalisierenden Großkonzernen und -medien sind Verschleierungs-, Schmeichel- und Angeberwörter massenweise, vor allem aus dem Englischen. Überflüssige Anglizismen wie „Peace Pox“ für „Sarg“ – wir nennen das Engleutsch – erobern inzwischen die eher tabuisierten Sprachbereiche, die besonders anfällig sind. Wir wollen allerdings nicht nur anprangern, sondern Sprachpflege und -ehrlichkeit fördern.

Was sind Ihre Kriterien?

Paulwitz: Ein engleutsch bezeichneter Gegenstand muß zuerst verstanden und umschrieben werden. Wortwörtliche Übersetzungen sind möglichst zu vermeiden. Die deutsche Sprache ist durchaus in der Lage, eigene Wörter für Neues zu bilden.

Ihr Vorschlag für Handy?

Paulwitz: Eine schöne Idee ist das Wort „Taschentelefon“. Ich selbst verwende das lateinisch-griechische Wort „Mobiltelefon“. Es ist jedoch nicht so wichtig, auf Teufel komm raus ein deutsches Wort für ein englisches zu finden. Wichtiger ist, sich überhaupt über seine Sprache Gedanken zu machen. Als George W. Bush von einem „Kreuzzug gegen das Böse“ sprach, war das eine fahrlässige Wortwahl.

 

 
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