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Gallizismen statt Anglizismen?

Der folgende Text war eine gewisse Zeit unter der Netzanschrift www.sprache-in-der-politik.de/aktuelles.htm abrufbar. Danach machten die Verantwortlichen einen Rückzieher.

Gegen den Willen des UN-Sicherheitsrats und damit völkerrechtswidrig führen die USA, gemeinsam mit Großbritannien und einigen weiteren Ländern, einen Krieg gegen den Irak, unter dem vor allem die irakische Zivilbevölkerung zu leiden hat. Aus Washington verlautet zudem, daß die Nachkriegsordnung im Irak nicht von der UNO, sondern von den am Krieg beteiligten Ländern bestimmt werden soll.
Beides halten wir für inakzeptable Erscheinungsformen des Imperialismus und rufen besonders die Medien und die Politik zu einem friedlichen sprachlichen Protest dagegen auf:

Der Krieg gegen den Irak wird in der Hauptsache von den englischsprachigen Ländern getragen, während die meisten Kontinentaleuropäer gegen diesen Krieg sind und eine Nachkriegsverwaltung unter der Aufsicht der UNO befürworten. Vor allem weil die Vereinigten Staaten in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg in vielerlei Hinsicht den Status einer Leitkultur gewonnen hatten, sind in den vergangenen Jahrzehnten viele englische Ausdrücke (Anglizismen) in unsere Sprache aufgenommen worden und haben viele frühere französische Ausdrücke (Gallizismen) verdrängt. Wer unrechtmäßige, z.T. sogar unmoralische Politik betreibt, kann jedoch kein Vorbild sein. Die Arbeitsgemeinschaft Sprache in der Politik ruft daher alle Deutschsprachigen dazu auf, anstelle der englischen wieder vermehrt französische Lehnwörter zu verwenden, also etwa statt ”Abstract” wieder ”Resümee”, statt ”Model” wieder Mannequin”, statt ”Ticket” wieder ”Billet”, statt ”Box” wieder vermehrt ”Karton”, vielleicht sogar demonstrativ statt ”Computer” ”Ordinateur” zu sagen und den Abschiedsgruß ”Adieu”/”Ade” auch in den Gegenden wieder zu pflegen, wo er sonst nicht gebräuchlich ist. Darüber hinaus könnten auch viele andere französische Wörter wieder häufiger verwendet werden, die im Deutschen seit langem üblich sind (wie z.B. Portemonnaie, Plädoyer, Garage, Zigarette oder Filet).
Diese friedliche Demonstration deutsch-französischer Solidarität richtet sich nicht gegen die englischsprachigen Länder, soll aber verdeutlichen, daß der Kurs des französischen Staatspräsidenten und des deutschen Bundeskanzlers in der Irak-Frage (vor und nach dem Krieg) von der überwiegenden Mehrheit der Bürger gestützt wird und daß völkerrechtswidriges Verhalten dem internationalen Ansehen schaden kann.

Die Arbeitsgemeinschaft ”Sprache in der Politik” schlägt vor, mit den folgenden Ersetzungen zu beginnen:

Adieu/Ade für Bye bye
Bassin für Pool
Billett für Ticket
Bonvivant für Playboy
Budget [büdsche] oder Etat für Budget [badschet]
Chanson für Song
Chauffeur für Driver
Chef für Boss
Communiqué für Briefing
Conférencier für Showmaster (Scheinanglizismus)
Coupe für Cup (‘Pokal’)
D’accord für okay
Formidable für cool
Hausse für Boom
Hautevolee für High Society
Klassement für Ranking
Mannequin für Model
Equipe für Team
Etikett für Label
Fête für Party
Niveau für Level
Opinion publique für Public opinion
Ordinateur für Computer
Pointe für Gag
Sofa für Couch
Rendezvous für Date
Resümee für Abstract
Revue für Show
Souterrain für Basement
Tantieme für Royalty
Tournee für Tour
Trikot für T-Shirt
Tristesse für Sadness

Die Liste wird fortgesetzt.

 

 
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