@ Dokumentation sterbender Sprachen
21. 03. 2002 (dsw) Etwa zwei Drittel der in der Welt gesprochenen 6.500 Sprachen werden in den nächsten ein bis zwei Generationen aussterben, schätzen Fachleute. Eine von der Volkswagen-Stiftung geförderte „Dokumentation bedrohter Sprachen“ (DOBES) versucht, die meist nur mündlich vermittelten Sprachzeugnisse vor ihrem spurlosen Verschwinden in einem elektronischen Archiv aufzuzeichnen. Dafür setzt die Stiftung 3,5 Millionen Euro ein. Die Wissenschaftler, die mit Tonbändern, Filmgeräten und Fotoapparaten die vom Sprachtod bedrohten Sprachen aufnehmen, arbeiten eng mit dem zentralen Datenbankprojekt des Max-Planck-Instituts für Psycholinguistik im niederländischen Nijmegen zusammen. Die dortige
Forschergruppe unter der Leitung von Peter Wittenburg und Stephen Levinson entwickelt gerade elektronische Hilfsmittel zur Aufarbeitung der Film- und Hördaten sowie Lösungen für eine dauerhafte Archivierung. Die Archivierung läßt sich mitverfolgen: www.mpi.nl/DOBES. Bereitgestellte Tondokumente lassen auch den Laien einen Eindruck vom Klang der sterbenden Sprachen gewinnen; so etwa vom Wichita, das in den Vereinigten Staaten nur noch etwa zehn Menschen sprechen.
@ Sieg für die Sprache der Berber
14. 03. 2002 (pau) Die Berbersprache Tamazight ist in Algerien nun von Präsident Bouteflika offiziell anerkannt worden. Diese Sprache wird in der in Algerien liegenden Kabylei gesprochen. Die Berber machen etwa 17 Prozent der Bevölkerung aus. Sie kämpfen schon seit Jahrzehnten für die Anerkennung ihrer Sprache und Kultur. Die einzige Staatssprache in Algerien war bisher Arabisch, die Führungsschicht spricht immer noch Französisch. Ursprünglich sollte ein Referendum darüber entscheiden, ob Tamazight als nationale Sprache in der Verfassung festgeschrieben werden soll. Daraufhin drohten mehrere Berberführer, die Parlamentswahl am 30. Mai zu boykottieren, so daß Präsident Bouteflika jetzt handeln mußte. Bereits Anfang des vergangenen Jahres waren in der Kabylei Unruhen ausgebrochen. 60 Menschen fanden damals den Tod. Die Berber fordern nicht nur die Anerkennung ihrer Sprache, die mehrere Dialekte umfaßt, sondern auch eine größere politische Selbständigkeit.
@ Presseerzeugnisse in traditioneller deutscher Qualitätsrechtschreibung
02. 03. 2002 (wun) Anläßlich der Veröffentlichung des 3. Geheimberichts der sogenannten Zwischenstaatlichen Kommission für deutsche Rechtschreibung (siehe Meldung vom 01. 03. 2002) sei daran erinnert, daß es nicht wenige Presseerzeugnisse gibt, die an der hergebrachten deutschen Rechtschreibung festhalten. Deren Zahl ist in letzter Zeit sogar wenn auch langsam gewachsen. Wer sich einen Überblick über jene Publikationen verschaffen will, der sollte einen Blick auf www.gutes-deutsch.de werfen. Dort findet sich eine von Jürgen Frielinghaus erstellte und ständig gepflegte Aufstellung von Tages-, Wochen- und Monatszeitungen, Zeitschriften, Katalogen, Broschüren, Weltnetz-Angeboten und Organisationen, die auf die bewährte Rechtschreibung setzen.
@ Pressemitteilung des VRS zum 3. Bericht der Zwischenstaatlichen Kommission für deutsche Rechtschreibung
01. 03. 2002 (vrs) Die Veröffentlichung des 3. Geheimberichts der Zwischenstaatlichen Kommission für deutsche Rechtschreibung hat in den letzten Tagen einige öffentliche Aufmerksamkeit gefunden. Der Verein für deutsche Rechtschreibung und Sprachpflege (VRS) begrüßt dies und stellt dazu fest:
Die Kultusministerkonferenz ließ im Oktober 2000 verlauten, es werde keine Reform der Reform geben, die Rechtschreibkommission werde aber bis Ende 2001 überprüfen, wie es um die Akzeptanz der neuen Rechtschreibung bestellt sei und ob nicht einige der bekannten Probleme schon vor Ende der »Übergangszeit« im Jahre 2005 behoben werden könnten. Damit gab sie zu erkennen, daß sie die Rechtschreibkrise weiterhin auszusitzen gewillt war. Denn die fehlende Akzeptanz war längst durch repräsentative Meinungsumfragen und nicht zuletzt den schleswig-holsteinischen Volksentscheid 1998 zweifelsfrei belegt, und die Kommission selbst hatte bereits 1997 Änderungen am Regelwerk als »unumgänglich« bezeichnet.
In ihrem dritten, als »vertraulich!« deklarierten Bericht, der jetzt der Öffentlichkeit bekannt wird, liefert die Rechtschreibkommission die bestellten Untersuchungsergebnisse. Die Reformer benennen einige besonders eklatante Fehler der Neuregelung und gestehen Korrekturbedürftigkeit ein. Sie bestätigt damit ihre Kritiker, allen voran Professor Theodor Ickler (Univ. Erlangen/Nürnberg), dem letztes Jahr für seine Forschungen zur Orthographie der renommierte Deutsche Sprachpreis verliehen wurde. Dennoch ist sie weit davon entfernt, dies ehrlich einzugestehen, sondern glaubt immer noch, die Einwendungen unabhängiger Experten durch Schmähkritik beantworten zu müssen.
Die gewagten Neuinterpretationen des Reformregelwerks, welche der Bericht enthält, führen zu Resultaten, die dem Wörterverzeichnis der Neuregelung und damit dieser selbst widersprechen. Denn dort heißt es schon im Vorwort, es werde »durch den Regelteil und das Wörterverzeichnis die geltende Norm der deutschen Schreibung festgelegt.« Im Bericht werden sogenannte »Meta-Toleranzregeln« erörtert, mit denen sich das Regelwerk auch entgegen seinem Wortlaut auslegen läßt. Die Kommission schafft sich so beträchtliche neue Spielräume. Mit dem Befund konfrontiert, daß Leid tun grammatikalisch falsch ist, ersinnt sie die neue Variante leidtun neben Leid tun. In letzter Konsequenz müßte dann eigentlich alles zulässig sein, was sich irgendwie aus den neuen Regeln zusammenreimen läßt: unter Berufung auf das »Stammprinzip« etwa dänken wg. Gedanke, sprächen wg. Sprache, Hänne wg. Hahn, so wie bereits aufwändig neben aufwendig in den aktuellen Wörterbüchern. Entsprechendes gilt für die Bereiche Getrennt-/Zusammenschreibung und Groß-/Kleinschreibung. So entstünde eine Fülle von Variantenschreibungen, doch stellt die Kommission andererseits fest, daß eine Erweiterung der Varianten dem Sinn und Zweck von Normierung völlig widerspräche. Die Alternative wäre eine weitere Komplizierung des Regelwerks, das jetzt schon anderthalbmal so umfangreich wie der Regelteil des Dudens von 1991 ist und damit das umfangreichste orthographische Regelwerk der deutschen Sprachgeschichte - ein Umstand, der nur durch die Reduzierung der Paragraphenzahl überspielt werden konnte.
Der Verein für deutsche Rechtschreibung und Sprachpflege empfiehlt für den Weg aus der Krise die Rückbesinnung auf Beobachtung und Beschreibung des Sprachgebrauchs. Der deskriptive Ansatz ist der präskriptiven Vorgehensweise der Reformer in allen Belangen überlegen. Werden der Sprachgemeinschaft keine künstlich ersonnenen Schreibungen aufdrängt, entfällt überflüssiger Lernaufwand und zugleich die Notwendigkeit einer kostenträchtigen Umstellung. Eine Abwendung vom mißglückten Reformversuch wäre auch zum jetzigen Zeitpunkt immer noch kostengünstiger als dessen Fortführung. Das sollte in Zeiten striktesten Sparzwangs auch einmal von jenen Politikern bedacht werden, die die Rechtschreibreform abzubrechen nicht erwägen wollen, weil man sich »nun einmal für die Reform entschieden habe«.
Professor Theodor Ickler hat mit seinem »Rechtschreibwörterbuch« bewiesen, daß die vor der Reform allgemein übliche Orthographie in Wahrheit viel unkomplizierter ist als die Reformschreibung. Sein Regelwerk übernimmt die thematische Gliederung der Neuregelung, ist aber bei gleicher Präzision nicht einmal halb so lang. Der von ihm gewählte deskriptive Grundsatz verspricht auch für die Anwendung in Schule und Öffentlichkeit ein Absinken der Fehlerquote.
Der VRS vertritt den Standpunkt, der Staat solle sich von Sprachregelungen fernhalten - erst recht, wenn diese dem überwältigend mehrheitlichen Willen der Bevölkerung entgegenstehen. Aus einem evolutionären Prozeß heraus setzt sich in der Sprachpraxis nur das durch, was sich als der Verständigung dienend erweist, eine Regelung von Staats wegen ist nicht erforderlich. Der Umgang mit der deutschen Rechtschreibung in Form von geheimen Beratungen und vertraulichen Berichten erinnert an Verfahrensweisen des Obrigkeitsstaates. Der VRS fordert die verantwortlichen Politiker dazu auf, endlich zu einem demokratischen Umgang mit der deutschen Sprache zurückzukehren.
Der Verein für deutsche Rechtschreibung und Sprachpflege (VRS), dem bekannte Schriftsteller wie Günter Kunert, Reiner Kunze und Siegfried Lenz angehören, wurde am 31. Mai 1997 gegründet. Er widmet sich der Pflege sowie dem Schutz der deutschen Sprache und insbesondere ihrer Rechtschreibung vor willkürlichen Eingriffen.
@ VDS 34 gegen City Point: Kunden werden nicht ernstgenommen
27. 02. 2002 (vds) Am 27. Februar wird in Kassel am Königsplatz ein neues Kaufhaus eröffnet. Der Verein Deutsche Sprache, Regionalgruppe 34 Kassel und Umland (VDS 34), hat sich seit der ersten Vorstellung der Pläne im Mai 1999 dafür eingesetzt, dem Objekt einen Namen in deutscher Sprache mit Bezug zu Kassel zu geben. Die Betreibergesellschaft ECE mit Sitz in Hamburg ist auf die zahlreichen Schreiben, Anrufe, Protestaktionen und Leserbriefe in den örtlichen Zeitungen jedoch nicht eingegangen und hat sich für die angloamerikanische Bezeichnung City Point entschieden. Der VDS 34 hat daraufhin an Informationsständen in der Innenstadt über 1300 Unterschriften gesammelt und bei der Grundsteinlegung überreicht. Eine Leserumfrage in der Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen Zeitung (HNA) im Juli 2000 ergab, daß sich von 101 Anrufern 96 gegen die nichtssagende Bezeichnung aussprachen. Der Oberbürgermeister der Stadt Kassel und die Spitzenkandidaten für die Kommunalwahl im März 2001 jetzt Fraktionsvorsitzende im Kasseler Rathaus haben ohne Ausnahme für einen auf Kassel bezogenen Namen in deutscher Sprache plädiert. Über 100 Namensvorschläge, von künftigen Kunden ausgedacht, wurden dem ECE-Projektmanagement zugeleitet. Der VDS 34 kann deswegen nicht verstehen, warum die Bauherren nicht willens waren, diesen Einsatz der Bevölkerung für das neue Kaufhaus zu würdigen und auf die Wünsche ihrer zukünftigen Kunden einzugehen. Die VDS-Regionalgruppe Kassel und Umland ist der Meinung, daß dieses Beharren auf der phantasielosen Bezeichnung keine Identität stiften kann und die öffentlich bekundeten Ziele des neuen Hauses, kundenorientiert zu arbeiten und sich für kulturelle Ereignisse einzusetzen, unglaubwürdig macht und als Lippenbekenntnisse entlarvt.
@ Internationaler Tag der Muttersprache
21. 02. 2002 (dsw) Der Schutz der heute noch gesprochenen 6.000 Sprachen sei ein wichtiges Anliegen, denn viele dieser Sprachen stehen vor dem Verschwinden, erklärte bereits im vergangenen Jahr der UNO-Generalsekretär Kofi Annan zum Internationalen Tag der Muttersprache. Die UNO-Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) hatte im Jahr 2000 den 21. Februar zum Tag der Muttersprache ausgerufen, um die mehrsprachige Erziehung voranzutreiben. Heuer erklärte die Unesco, daß im Laufe der letzten drei Jahrhunderte Sprachen in einem dramatischen Ausmaß und mit ständig wachsender Geschwindigkeit ausgestorben seien. Die Organisation gibt jetzt aus Anlaß des Internationalen Tages der Muttersprache einen Weltatlas der gefährdeten Sprachen heraus. Der Atlas der gefährdeten und vom Verschwinden bedrohten Sprachen der Welt sei vorerst nur in Englisch erhältlich. In Europa sind demnach rund 50 Sprachen vom Aussterben bedroht, etwa die Sprache der Samen in Skandinavien. Allein in Frankreich seien 14 Sprachen stark bedroht. In Sibirien stehen fast alle der 40 örtlichen Sprachen vor dem Verschwinden. Die Bezeichnung Internationaler Tag der Muttersprache ist im Grunde irreführend, denn es geht der UNESCO damit vor allem um das Fördern des Erlernens mehrerer Fremdsprachen. Die offizielle Netzseite der UNESCO zum Tag der Muttersprache begnügt sich jedoch mit den beiden Sprachen Französisch und Englisch. Trotz allem sollte nicht nur dieser Tag dazu anregen, bewußter mit der Muttersprache umzugehen.
@ CDU/CSU: Nach Protesten auch von der DSW:
Team 40 Plus statt Headquarter vom Regen in die Traufe
08. 02. 2002 (dsw) Nach starken Protesten von Sprachschützern haben CDU und CSU ihrer Wahlkampfzentrale einen neuen Namen gegeben. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung (F. A. Z.). Demnach soll das oberste Wahlkampfgremium nicht mehr den kriegerischen Namen Headquarter tragen, sondern Team 40 Plus heißen. In einem Gastkommentar Wahlkampf auf engleutsch für die Wochenzeitung Junge Freiheit (JF) hatte der Schriftleiter der DEUTSCHEN SPRACHWELT (DSW), Thomas Paulwitz, festgestellt: 'Für Edmund Stoiber ist die Sprache eine der höchsten Kulturleistungen', verkündet das Bayerische Kultusministerium. Trotz dieses Zeugnisses will ein Stoiber-Team von einem Headquarter aus in die Wahlschlacht. (JF 5/02, S. 2). Der Kommentar zog zustimmende Leserbriefe nach sich. Stoibers Wahlkampfleiter Spreng teilte nun mit, daß mit der Bezeichnung Team zwar wiederum ein englischer Ausdruck gewählt worden sei; der aber sei bereits eingedeutscht. Ob der neue Name besser ist, darüber kann man streiten. So erinnert Team 40 Plus eher an eine Altherrenriege der über Vierzigjährigen. Gemeint ist jedoch der von der CDU/CSU angestrebte Stimmenanteil für die Bundestagswahl, der nach Vorstellung der Union bei über 40 Prozent liegen soll.
@ Auf Teuros und Zent Sprachverwirrung mit der Euroeinführung
04. 01. 2002 (pau) Die Sprachverwirrung im Zuge der Euro-Einführung geht weiter. Sorgten im vergangenen Jahr die Euro-Münzpäckchen als Starter-Kits noch für Verwirrung, so geht es diesmal vor allem um die Aussprache der Einheit Cent.
Das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) schreibt seinen Mitarbeitern die amerikanische Aussprache vor, also ßent. Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) hingegen empfiehlt, den Cent wie Zent auszusprechen. Nun könnte man meinen, es könne jedem selbst überlassen sein, wie er das neue Geld bezeichnet. Was aber für den einzelnen gelten mag, muß nicht zwangsläufig auch für die Sprachverbreiter, also zum Beispiel für die Medien gelten, die die Sprache beeinflussen. Wenn zudem noch über ein internes, undemokratisches Sprachregelungsgesetz eine fremde Aussprache vorgeschrieben wird, werden die Probleme deutlich.
Die Begründung des ZDF, man passe sich mit der amerikanischen Aussprache einheitlichen europäischen Gepflogenheiten an, steht auf wackeligen Füßen. In Italien nennt man den Cent im Volksmund centesimo, in Frankreich centime, in Portugal centavo. Im Deutschen könnte man darum genauso einen Schwanz anhängen und zum Beispiel von Zentchen sprechen. Wie Quentchen von lateinisch quintum kann man das Zentchen von lateinisch centum ableiten. Das Quentchen war übrigens wie die Mark und heute noch das Pfund eine Gewichtseinheit.
Inzwischen hat das ZDF auf Proteste reagiert und zu einer Umfrage über TED aufgerufen, wie nach Meinung der Zuschauer der Cent auszusprechen sei. Die Umfrage läuft bis Sonntag, den 6. Januar 2002. Bisher sprachen sich rund 70 Prozent der Teilnehmer für die deutsche Aussprache Zent aus. Es gibt auch eine Abstimmung, die das ZDF auf seiner Netzseite anbietet. Dort ist das Verhältnis fast umgekehrt, eine Mehrheit spricht sich dort noch für die amerikanische Aussprache aus.
Begründungen, warum man lieber Zent sagen solle, gibt es viele. Am einleuchtendsten erscheinen die Vergleiche mit Prozent, Zentimeter und Zentner, die die gleiche Wurzel haben wie Cent. Auch kann man feststellen: Celsius wird nicht wie ßelsius gesprochen, sondern wie Zelsius. Man braucht jedoch nicht so weit zu gehen wie der Statistik-Professor Walter Krämer, der volksetymologisch vorging und behauptete, der Cent, also der 100. Teil des Euros, sei ein Euro-Zehntel und müsse schon allein deswegen als Zent ausgesprochen werden. Die Potsdamer Neuesten Nachrichten zitieren den Vorsitzenden des Vereins Deutsche Sprache (VDS): Tatsache aber ist, daß der Begriff Cent im deutschen Zehnten wurzelt. Allein schon deshalb sollten wir Zent zu den neuen Zehntel-Euro-Münzen sagen. In einer späteren Presseerklärung des VDS wich man von dieser Version ab, blieb aber bei der irreführenden Wortschöpfung Zehntel-Euro-Münzen für Cent. Freilich stammt der Cent von dem lateinischen Wort centum = hundert.
Unklar ist für viele die Mehrzahl von Cent. Gab es bei den Pfennigen keine Schwierigkeiten, muß man sich heute fragen: Heißt die Mehrzahl nur Cent, Cents wie in Amerika oder Cente wie in Prozente? Der deutsche Volksmund indes hat bereits einen deutschen Namen für den Euro gefunden, den Teuro. Die neuen glänzenden Münzen werden vielerorts zudem noch als Spielgeld bezeichnet. Wer an Mark und Pfennig hängt, kann sich mit Euro-Mark und Euro-Pfennig behelfen. In den Vereinigten Staaten von Amerika spricht man in der Volkssprache übrigens nicht von Cent, sondern von Pennies. In Amerika Pfennige, in Deutschland Cents? Verkehrte Welt.